Aktuelles-Vita Kunstwerke Bibliothek Labyrinthe Reisen Gesundheit zu den Ozeangefährten

Feministischer Konkretismus

Eins vorweg: Mit Kunst haben die Bilder dieser Reihe wenig zu tun, denn Kunst lässt in der Regel Interpretationsspielräume offen. Bei mir ist das anders. Bei den Bildern geht es um Frauenthemen und die Texte dazu verdeutlichen doch sehr konkret, was ich mit den Bildern ausdrücken will. Ich sehe diese Werke also nicht in erster Linie als Kunst, sondern als Anstiftung zum Feminismus in Wort und Bild. Deshalb nenne ich diesen Stil "Feministischen Konkretismus". Ich möchte auf diesem Wege Frauen dazu ermutigen, Augen, Herz und Verstand zu öffnen, damit wir eigenmächtig miteinander und jede für sich neue Wege zur Lebensfreude finden können.
Die plakativen Bilder (Originalgröße 50 x 65 cm) sind in einer Airbrush-Mischtechnik entstanden. Airbrush ist das mit der kleinen Spritzpistole und dem lauten Kompressor und Mischtechnik deshalb, weil bis auf eine Ausnahme immer ein ganz normaler Pinsel mit am Werk war. Die Technik sehe ich aber nur als Mittel zum Zweck. Im Vordergrund stehen die Aussagen der Bilder.

Diese Reihe wurde bereits in zehn deutschen Städten ausgestellt. Details dazu siehe Aktuelles/Vita.

Lesbos '95

03/1996

"Don't walk behind me!
I may not lead.
Don't walk in front of me!
I may not follow.
Walk beside me!
And let us live together
as girlfriends!"
(Abgewandeles Zitat, Original von Albert Camus)

Ein Urlaubsfoto aus dem Lesbos-Urlaub vom September 1995,
als uns nach einer Wanderung über die Berge zum Meer
in der Mittagshitze die Socken qualmten.
Beim Betrachten des Fotos fiel mir dieser Spruch wieder ein,
der genau beschreibt, wie ich mir eine Beziehung vorstelle.

Orale Verhütung

03/1996

Jede Frau ist ihre eigene Fruchtbarkeitsgöttin.
Selbstverständlich entscheidet jede Frau selbst
über ihre befriedigende Sexualität:
ob, wie, wann ...
Niemand käme auf die Idee,
die von einer Frau aufgestellten Grenzen
zu überschreiten oder ihr entmündigend
Entscheidungen – gewaltsam – abzunehmen ...

Etwas später in 1997:
§ 218 und bayerische Sonderwege führen uns in eine glückliche,
gleichberechtige, patriarchale, lebensfeindliche Zukunft –
ohne Kindergartenplätze ...
Perverser Fortschritt!
Ich wünsche mir mauerniederreißende Sonderwege,
die uns wieder 4000 Jahre zurückbringen!

Titel:
Nach einem Buch von Rita Mae Brown
als Antwort auf die Standard-Frauenarzt-Frage
(warum gibt es eigentlich männliche Frauenärztinnen?)
"Wie verhüten Sie?"
"Oral, mit dem Wort NEIN!"

WENN WIR UNS HEUTE NICHT WEHREN,
LEBEN WIR MORGEN
WIE VORGESTERN!

Ich bin das LICHT

06/1996

Lichtvolle Eingebungen nach der ersten Bach-Blüten-Nacht:
Mit einem Blick auf die Verpackung des Spieles "Reise ins Licht"
stellte ich fest,
dass genau in der Mitte des Wortes LICHT
das Wort ICH steht.
Also: In der Mitte vom LICHT bin ICH!
Ich sah, dass alle Energie, die ich zum leben brauche, aus mir selbst kommt.
Durch diese Einsicht aktivierte ich meine Selbstheilungskräfte so stark,
dass ich an diesem Tag zu meinem inneren Kind zurückfand.

Der Sturm

09/1996

Ohne Worte

Luftschloss

09/1996

Ich liege tag-träumend auf einer Wiese und schaue in die Wolken.
Da kommt plötzlich ein Luftschloss angeschwebt.
Ich sehe genauer hin und entdecke eine große rosa Villa
nur für Frauen, wo sie zusammen leben und arbeiten.
Ein Frei-Raum ohne patriarchale Strukturen,
wo Frauen sich frei entfalten können
und viel Spaß miteinander haben.
Auch ganz viele Frauenbücher sehe ich dort!
Welche Wohltat für meine Seele,
diese Oase inmitten des Patriarchats!
Träume werden Wirklichkeit!

Aus der Rolle fallen!

12/1996

"Dort hinunterspringen? So tief? Niemals!
Die Kugel, die an meinem Fuß festgekettet ist,
würde mich in die Tiefe ziehen
und ich würde am Boden zerschellen!"
Aber die Stimme in mir wird immer lauter:
"Spring, spring doch, kann es denn noch schlimmer werden?
Was hast du noch zu verlieren, außer dich selbst?
Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein!"
Ich weiß, wie immer, dass ich auf meine Stimme hören muss -
und tue es!
Da erkenne ich die graue Rolle, umgeben von dunklen Wolken
und wende mich ab.
In diesem Moment löst sich die Kugelkette von meinem Bein und ich schwebe –
endlich frei.
Das lila Netz wird immer größer und ich kann darauf vertrauen,
dass es mich sicher auffangen wird.
Geschafft, endlich, Göttin sei Dank!

Eine starke Truppe

01/1997

Ich sitze im ICE auf dem Weg zum Parteitag
der Feministischen Partei DIE FRAUEN
und sehe mir den Programmentwurf zum Thema Frieden durch.
Dort lese ich unter anderem:
"Wer aufrüstet, Waffen herstellt, sie exportiert und an Militäreinsätzen teilnimmt,
will keinen Frieden, sondern fördert Kriege und zieht Nutzen daraus."

Ja genau, dachte ich mir, die "Starke Truppe"
(Werbemotto der Bundeswehr)
hat immer einen Platz frei!

Ent-Wicklung

04/1997

Also diese Verpackung aufzureißen
war wirklich nicht einfach.
Aber ich wickle – mich – weiter aus.
Wir werden ja sehen!

Trotz(t) der Gewalt

11/1997

Trotzt der Gewalt, indem ihr euch wehrt, Frauen.
Beschützt euch und eure Töchter
und die Töchter eurer Freundinnen.
Lasst euch diese all-tägliche Gewalt nicht länger gefallen.

Trotz der Gewalt, kann jede von uns schon jetzt
ihre und unsere Welt so gestalten, wie sie das für richtig hält.

Schach-Matt!

02/1998

Warum sollte eigentlich die Dame,
die mehr kann
als der kurzsichtige König,
weniger wert sein als er?
Es ist schon lange Zeit,
die Spielregeln zu ändern!

Klotz am Bein

03/1998

Manche Frauen schädigen ihre Gesundheit selbst.
Manche Frauen legen sich gerne einen hilflos wackeligen Gang und Stand zu.
Manche Frauen behindern sich absichtlich selbst am Vorwärtskommen.

Offensichtlich stehen manche Frauen auf einem/n Klotz am Bein!
Doch ich bin voller Hoffnung,
denn Frauen können ihre Schuhe wieder ausziehen –
auch wenn es klebt, wie Kaugummi.

Coming Out!

04/1998

Für alle Raupen-Lesben:
Wollt ihr euer ganzes Leben als Raupe verbringen?
Für alle Lesben im Kokon:
Kommt endlich raus, die Sonne scheint!
Für alle Schmetterlings-Lesben:
Danke für euren stolzen Mut,
denn ihr macht die Welt so wunderschön bunt!

Umtopfen?!

05/2000

(for oak and sequoia)

Vor fünf Jahren haben wir uns als kleine Bäumchen
in einen gemeinsamen Blumentopf gesetzt.
In dieser Zeit wuchsen wir zu großen,
starken und unterschiedlichen Bäumen heran,
für die dieser Topf nun zu eng wird.
Wenn wir in diesem Topf sitzenbleiben,
werden wir vielleicht nicht mehr weiter wachsen
oder gar eingehen.
Was tun?
Zu zweit einen größeren Topf suchen?
Oder jede einen eigenen?
Aber wie lange reicht ein Topf für einen Baum?
Wir könnten uns auch
– nebeneinander –
zu anderen Bäumen in einen schönen Wald umsetzen.
Ein dichtes, weites Wurzelwerk
wird unsere Kraft vervielfachen.
Also deshalb gehe ich so gerne in den Wald!

Die Drachin wehrt sich!

02/2001

Drachinnen standen in der Mythologie für die vier Elemente,
für weibliche Macht und Menstruation,
für die unabhängige, nicht zu domestizierende Frau,
die auch noch selbst Geburtenregelung praktiziert.
(Menstruations-)Blut ist die Substanz der Macht,
Mittelpunkt allen Lebens und Sterbens.
Für die Patriarchalisierung wurden Drachinnen dämonisiert
und das Christentum mitsamt Hexenverfolgung eingeführt.
Menstruationsblut wird zum Opferblut,
denn wer das Blut hat, hat die Macht.
Daher Gewalt und Kriege,
christlich-sado-masochistische Anbetung eines Folterinstrumentes
und eines ermordeten Leichnams.
Die Drachentöter stehen für mich für die gewollte Ausrottung
der alten Frauenmacht,
zur Verfestigung von MännerHERRschaft –
also für unsere heutigen Vergewaltiger in jeder Hinsicht.
Aber endlich ist es soweit –
DIE DRACHIN WEHRT SICH!
(Text teilweise von Luisa Francia aus "Drachenzeit".)

Ich habe begonnen zu fließen...

02/2001

Ich hörte:
"Welche zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen!"
und
"Fließe mit der Energie der anderen, das ist einfacher und normal!"
Ein Widerspruch?
So bin ich gegen den Strom geschwommen
und habe meine Quelle der Lebensfreude gefunden.
Seitdem fließe ich in meiner kreativen Energie.
Kein Widerspruch mehr!