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Labyrinthe

Was ist eigentlich ein Labyrinth?

Seit Jahrtausenden wird dieses Symbol in Felsen und Ton geritzt, mit Steinen auf den Boden gelegt, in Handschrift gezeichnet und auf Münzen geprägt. Das Labyrinth ist eines der ältesten Symbole der Menschheit. Labyrinthe kommen in allen Kulturen und Zeiten vor und die Gegenwart ist dabei, sie neu zu entdecken. Und noch immer geben sie uns viele Rätsel auf.

Das Labyrinth ist ein Rätsel, ein heiliges Zeichen, ein uraltes Symbol.

(Gernot Candolini)

Weitere Definitionsversuche:

  • "Das Labyrinth ist eine Einladung, sich aufzumachen, auf dem Weg zu bleiben, sich zu besinnen, sich zu wenden (wandeln) und anzukommen."
  • "Das Leben ist ein beständiges Gehen im Labyrinth. Ankommen und Aufbrechen. Zur Mitte finden und sie wieder verlassen. Sich wenden müssen und doch weiterkommen."
  • "An ein Labyrinth glaubt man nicht. Entweder man kennt die Erfahrung oder nicht."

Was bedeutet das Labyrinth für mich?

Wie kam ich dazu?
Ich weiß nicht mehr genau, wodurch ich zum ersten Mal auf das Symbol des Labyrinthes aufmerksam wurde. Auf einmal war es da und faszinierte mich. Dann habe ich mich immer mehr theoretisch damit beschäftigt und machte zahlreiche "Erfahrungen" durch das Begehen unterschiedlicher Labyrinthe.
Diese Seite sagt nun auch viel über meine spirituelle Weltanschauung aus.

Erfahrung:
Ein Labyrinth ist wie der Lebensweg, man weiß nie, was hinter der nächsten Biegung kommt. Es geht darum, lebendig zu sein. Ich habe mir in einem nahe gelegenen Wald aus Naturmaterialien ein begehbares Labyrinth angelegt, das ich immer wieder mal begehe und pflege. Ein Labyrinth zu begehen bedeutet für mich eine Art meditatives Orakel: das Nachdenken und -spüren über eine bestimmte Lebensfrage, die mich gerade beschäftigt und die ich mir vor dem Betreten des Labyrinthes konkret stelle. Die Antwort suche ich dabei nicht im Außen, sondern dadurch, dass ich zu meiner Mitte finde. Die Bilder, die mir auf dem Weg durchs Labyrinth in den Sinn kommen, geben mir wertvolle Hinweise. Auf dem Weg umkreise ich in verschiedenen Abständen meine Mitte – der Abstand wird größer und kleiner. Ich betrachte meine Frage – bzw. mich selbst – aus unterschiedlichen Perspektiven. Meistens höre ich beim Betreten der Mitte einen Satz in mir, der mir weiterhilft.

Überzeugung:
Labyrinthe stehen für mich als Symbol matriarchaler Lebensformen, für das Wissen um Werden und Vergehen, Tod und Wiedergeburt. Hier ist der Weg das Ziel und frau kann sich nicht verlaufen. Matriarchal bedeutet für mich beispielsweise: frau erforscht die Natur um sich ihr anzupassen. Im Gegensatz dazu sehe ich einen Irrgarten als Symbol der patriarchalen Lebensform. Diese ist eher bestimmt von linearem Denken, ohne die Zusammenhänge zu erkennen. Man kann sich verirren und die Natur wird in erster Linie erforscht um sie zu beherrschen.

Vorträge:
In Bochum (2000) und Darmstadt (2001) hielt ich Vorträge zum Thema: "Wie kommt die Doppelaxt ins Labyrinth?"
Das Skript ist hier [103 KB] zu finden!

Gemüselabyrinth in Laaber 2009 bis 2011 - Diashow

Labyrinthe in meiner Kunst:

Sonstige Inspirationen

Im November 2002 war ich vier Wochen allein in Australien.
An diesem Strand machte ich mir dieses Labyrinth aus meinen eigenen Fußspuren.
Als ich in der Mitte ankam und hochsah, sah ich zum ersten Mal in meinem Leben Delphine!

Sandlabyrinth

Um das obige dreidimensionale Labyrinth aus Speckstein bildhauern zu können,
(mein räumliches Vorstellungsvermögen ist nicht das Genialste...)
musste ich mir erst einmal ein Modell im Sandkasten des Donaustaufer Fürstengartens bauen. Sehr zur Verwunderung der PassantInnen...

Gummibärchen-Labyrinth

manche Labyrinthe können auch ganz lecker sein!

Mehr Infos

Sehr schön finde ich, dass in den letzten Jahren eine Vielzahl von öffentlichen Labyrinth-Plätzen entstanden ist, die – meist von Frauengruppen betreut – dazu dienen, dieses wundervolle alte Symbol in unsere Welt zu bringen und die Erfahrung damit wieder möglich zu machen.